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Universal Music beamt erste Goldene Schallplatte als NFT ins Web3

Am 23. Februar gab Universal Music Deutschland bekannt, als weltweit erstes Label offizielle Gold- und Platin-Awards in digitaler Form verliehen zu haben. Das Pilotprojekt segnete der deutsche Bundesverband Musikindustrie (BVMI) ab. Erste NFT-Awards gingen bereits an Lena, Nico Santos sowie DJ Robin & Schürze.

Als erste Künstler:innen weltweit hätten sie ihre Awards „sowohl in gerahmter Form erhalten als auch als digitale Tokens auf der Blockchain“, teilt Universal Music Deutschland mit. Was bislang zumeist Wände bei Labels, Musikverlagen, Managements und Künstler:innen schmückte, hält somit nun also auch Einzug ins Digitalzeitalter.

Lena und Nico Santos erhielten dabei für ihre Single „Better“ einen Platin-Award, Nico Santos zudem Dreifach-Gold für „Rooftop“ sowie vier Gold-Auszeichnungen für die Singles „Safe“, „Play With Fire“, „Unforgettable“ und „Like I Love You“; DJ Robin & Schürze sammelten zudem Dreifach-Gold und Platin für ihren Hit „Layla“ ein.

„Als Marktführer gehen wir neue Wege und treiben Innovationen in der Branche“, kommentiert Frank Briegmann, Chairman & CEO Universal Music Central Europe und Deutsche Grammophon, den Vorstoß: „Physische Awards werden künftig noch exklusiver, gleichzeitig wollen wir einem erweiterten Empfängerkreis mit digitalen Awards unseren Dank für ihren Beitrag zum Erfolg unser Künstler:innen aussprechen.“

Als Partner waren twelve x twelve und die Agentur Reinsberg involviert. Während die Web3-Musikplattform twelve x twelve die technische Erstellung und Verwaltung der Awards in Form digitaler Tokens übernimmt, und dafür auf die Polygon Blockchain setzt, steuerten die Edelmetall-Award-Spezialisten der Berliner Agentur Reinsberg das digitale Award-Design bei. Das umfasst neben den etablierten Hologrammen des BVMI „zusätzlich ein Set an digitalen Assets mit dazugehörigen Bild- und Video-Versionen der Preise in verschiedenen Formaten“, die wiederum „auf unterschiedlichen Geräten dargestellt oder über Social Media geteilt werden können“.

Als eigene Plattform für die digitale Edelmetallbörse will Universal Music zudem ab Mitte künftige und ausgewählte bisherige Preisträger in einer virtuellen „Hall of Fame“ im Metaverse zusammenführen: „Normalerweise hängen Gold- und Platin-Awards hinter verschlossenen Türen und bislang gab es keinen Ort, Museum oder Website, an dem man Awards von Universal Music Künstler:innen gesammelt betrachten konnte“, erläutert Holger Christoph, Senior Vice President Digital Business Universal Music Central Europe, die Idee hinter dieser virtuellen Ruhmeshalle. „Unsere Hall of Fame wird Musikfans Awards erstmals virtuell zugänglich und erlebbar machen.“

Genau wie bei den physischen Awards für die verschiedene Diamond-, Platin- oder Gold-Stufen erfolgt die Verifizierung der Verkaufszahlen für die NFT-Awards durch den BVMI, der das Projekt mit sofortiger Wirkung auch branchenweit zum Handel an der Edelmetallbörse freigibt: „Wir freuen uns, als BVMI der erste Branchenverband weltweit zu sein, der die Verleihung offizieller digitaler Gold-, Platin- und Diamond-Auszeichnungen auf der Blockchain ermöglicht“, betont der BVMI-Vorstandsvorsitzende Florian Drücke. „Die von Universal Music mit twelve x twelve entwickelte Pilot-Lösung steht den Branchenpartnern von nun an offen.“

Der BVMI-Boss bestätigt, dass der Schritt, die Edelmetallvergabe ins Web3 zu verlängern, von Universal Music angestoßen worden sei, wo man dann zusammen mit twelve x twelve den dahinterliegenden Prozess zunächst für Künstler:innen aus dem eigenen Haus entwickelt habe. Interessierte Branchenpartner:innen sollen aber „selbstverständlich mit jedem anderen Dienstleister zusammenarbeiten“ können, „wie das auch für die physischen Auszeichnungen gilt“, betont Drücke.

Bei twelve x twelve streicht derweil Philipp Köhn als Co-Founder & CXO die Vorzüge der Polygon Blockchain heraus, die einen deutlich niedrigeren Energieverbrauch als andere Lösungen mit sich bringe. So soll die Erstellung eines digitalen Awards hier weniger Energie verbrauchen als der Upload eines Videos auf einer Social Media Plattform: „Awards in der Musikindustrie haben einen hohen Stellenwert – nicht nur für die Artists, sondern für jeden Beteiligten“, ergänzt Philipp Köhn. „Mit diesem Projekt können nun Awards auch digital an alle Mitwirkenden vergeben werden. Umweltfreundlich, kostengünstig und ohne dass man technologische Vorkenntnisse braucht. Die Zukunft der Musik liegt im Web3, und wir freuen uns auf weitere gemeinsame Projekte.“