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Spotify-CEO Daniel Ek scheint Preiserhöhungen nicht abgeneigt

Im Anschluss an die Vorlage der jüngsten Geschäftszahlen stellte sich Spotify-CEO Daniel Ek am 31. Januar einer Fragerunde. Abseits der großen Zahlen ging es dabei unter anderem um die Preisgestaltung beim Musikabo, aber auch um Themen wie Audiobooks oder Ticketing.

Im Anschluss an die Vorlage der jüngsten Geschäftszahlen stellten sich Spotify-CEO Daniel Ek und sein Spitzenmanagement am 31. Januar 2023 einer Fragerunde. Abseits der großen Zahlen in Sachen Nutzer:innen, Einnahmen und Erträge ging es dabei unter anderem um die Preisgestaltung beim Musikabo, aber auch um Themen wie Audiobooks oder Ticketing.

„Unser Ziel ist es, so schnell wie nur eben möglich zu wachsen“, sagte Daniel Ek als Reaktion auf gleich mehrere Fragen nach eventuell anstehenden Preiserhöhungen beim Weltmarktführer im Musikstreaming. Dazu gebe es verschiedene Möglichkeiten. So könne es einerseits darum gehen, neue Kund:innen im Abogeschäft zu gewinnen, andererseits aber auch darum, höhere Einnahmen und bessere Margen pro Nutzer:in zu erzielen.

2022 habe Spotify bereits in zahlreichen Märkten die Preise fürs Monatsabo angehoben, betonte Ek. Generell stehe man solchen Maßnahmen also aufgeschlossen gegenüber und bespreche entsprechende Schritte unter anderem mit Rechteinhabern und Kreativschaffenden. Schließlich gehe es hier um ein Win-Win für die Plattformbetreiber und ihre Partner: innen. Konkreter aber wurde Daniel Ek nicht: Er habe aktuell keine weiteren Ankündigungen zu machen, sagte der Spotify-Konzernchef.

Angesprochen auf die jüngsten Umstrukturierungen – neben massiven Stellenstreichungen meldete Spotify jüngst auch einen Umbau im Bereich des Spitzenmanagements – strich der CEO den Wunsch nach schnelleren und effizienteren Entscheidungen als Hauptgrund für diese Maßnahme heraus. „Wir haben heute ein viel komplexeres Geschäft als noch wenige Jahre zuvor.“ Kürzere Wege wären da eine maßgebliche Verbesserung.

Die Entwicklung des noch relativ frisch gestarteten Audiobook-Angebots wollte Daniel Ek nicht im Detail kommentieren. Hier sei man noch in einem sehr frühen Stadium. Es gebe „ermutigende Zeichen“, auch wenn man „noch lange nicht“ da sei, wo man hingewollt habe, räumte der Spotify-CEO ein. Er sei aber zuversichtlich, dass Hörbücher und deren Vermarktung für Spotify „massive Möglichkeiten“ bieten würden, und verwies dabei darauf, dass das Unternehmen auch im Geschäft mit Podcasts ähnlich vorgegangen sei, und Produkt und Inhalte schrittweise ausgebaut habe: „2023 werden wir noch viele Entwicklungen in der Audiobooks-Kategorie sehen können“, versprach Daniel Ek.

Ähnlich sieht das offenbar auch bei Geschäftsmodellen abseits des reinen Musikstreamings aus, zum Beispiel in Hinblick auf Angebote aus Bereichen wie Ticketing und Merch: Er sehe Spotify als eine offene Plattform, sagte Ek. Dabei gehe es darum, Kreativschaffenden die Möglichkeit zu geben, ihre Reichweite zu vergrößern und das Engagement ihrer Fans auch zu monetarisieren. Schon heute sehe man eine stets wachsende Zahl an Angeboten für Konzertkarten auf Spotify, und deren Zahl werde wohl weiter wachsen, wodurch sich unterm Strich wiederum unternehmerische Chancen auch für Spotify entwickeln.

Für weitere Entwicklungen in Hinblick aufs Produkt verwies Daniel Ek ansonsten auf das bereits angekündigte Stream-On-Event am 8. März.

Zusammenfassend betonte der Spotify-CEO schließlich noch seine Zuversicht ins Geschäftsmodel des Konzerns: Die Investitionen der vergangenen Jahre – in einer Rundmail zu den angekündigten Stellenstreichungen hatte Daniel Ek jüngst eingeräumt, dass der Streamingdienst seine Betriebsausgaben zuletzt doppelt so schnell gesteigert habe wie die Umsätze – hätten bereits angefangen, erste Früchte zu tragen, auch wenn solche Entwicklung nun einmal längst nicht immer linear verlaufen würden.