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Ina Keßler verabschiedet sich von der Initiative Musik

Nach 15 Jahren bei der Initiative Musik hat Geschäftsführerin Ina Keßler ihren Abschied verkündet. Eine Nachbesetzung sei derzeit nicht geplant, wie MusikWoche auf Nachfrage bei der Initiative Musik erfuhr.

Nach 15 Jahren bei der Initiative Musik hat Geschäftsführerin Ina Keßler ihren Abschied verkündet. Eine Nachbesetzung sei derzeit nicht geplant, wie MusikWoche auf Nachfrage bei der Initiative Musik erfuhr.

Keßler hat die Fördereinrichtung mit aufgebaut, geleitet und vorangetrieben. Zu Beginn stand der Initiative Musik pro Jahr eine Million Euro für die Förderung von Rock, Pop und Jazz aus Deutschland zur Verfügung.

Im Rahmen von Neustart Kultur hat Keßler außerdem seit 2020 zusätzliche Gelder in einer Gesamthöhe von 281 Millionen Euro verantwortet, während das aktuelle jährliche Budget rund 17 Millionen Euro beträgt. In Keßlers Verantwortungsbereich lagen bis zuletzt vor allem die Künstler:innenförderung und die Livemusikkulturförderung für Clubs, Veranstalter:innen und Festivals.

Laut Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien, habe Ina Keßler die Initiative Musik in den vergangenen 15 Jahren zu einer „schlagkräftigen Förderinstitution“ gemacht. „In enger Zusammenarbeit mit vielen Partnern haben sie und die Initiative Musik dafür gesorgt, dass wir heute in Deutschland eine größere Vielfalt und bessere Produktions- und Aufführungsbedingungen in Rock, Pop und Jazz haben“, sagt Roth: „Für ihr großes Engagement beim Aufbau der Initiative Musik danke ich Ina Keßler daher sehr. Zudem hat sie auch in der Corona-Zeit die umfangreichen Neustart-Kultur-Hilfsprogramme des Bundes für die Popmusik-Branche verantwortet und mit ihrem Team umgesetzt – das waren gewaltige Herausforderungen, deren Bewältigung großen Respekt verdient.“

Derweil bedankt sich Ina Keßler, dafür, „dass ich so viele wunderbare Projekte mit und in meinem großartigen, starken Team realisieren durfte“. Popförderung in Deutschland zu etablieren, habe ihr „sehr viel Freude bereitet“ und sie sei jetzt „für die Zukunft nicht mehr wegzudenken“.

„Es ist meine große Leidenschaft Strukturen für Kreative und Unternehmen zu schaffen und zu verbessern. Ich bekomme jedes Mal Gänsehaut, wenn ich die eine oder den anderen der über 4500 Musiker:innen im Radio höre, die von der Initiative Musik in kleinen oder großen Etappen ihrer Karrieren supportet werden konnten. Ich danke allen, die mit mir zusammen für dieses Ziel gekämpft haben“, so Keßler.

Für die GVL-Geschäftsführer Guido Evers und Tilo Gerlach wird die Entwicklung der Initiative Musik immer mit Ina Keßler verbunden sein: „Neben diversen Programmen zur Unterstützung von Newcomer:innen, Musiker:innen, Livemusikclubs und Musikunternehmen rief sie 2013 den renommierten APPLAUS-Preis ins Leben. Zentraler Meilenstein in der Geschichte der Initiative Musik war das für die Branche existenziell wichtige Programm Neustart Kultur. Ina hat den organisatorischen Aufbau der Initiative Musik in dieser Wachstumsphase maßgeblich verantwortet.“

Auch Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates bedankt sich: „Ina Keßler steht für die beispiellose Erfolgsgeschichte der Initiative Musik – gemeinsam mit ihrem Team und den Menschen in Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung, die sich für diese Zukunftsaufgabe engagieren. Mit Leidenschaft, Haltung und Stehvermögen hast Du, liebe Ina, dieses ‚Schnellboot kultureller Vielfalt‘ durch so manch bewegte See gesteuert.“

Laut Ralf Weigand, Aufsichtsratsvorsitzender der GEMA, war Ina Keßler seit 15 Jahren das Gesicht der Initiative Musik: „Mit dem Aufbau dieser Fördereinrichtung hat Ina entscheidend daran mitgewirkt, dass die Lage der Kreativschaffenden im Pop-, Rock- und Jazz-Bereich verbessert wurde und die vielfältigen Akteure der Musikbranche eine Förder-Plattform erhielten. Und nach vielen Jahren des stetigen, erfolgreichen Aufbaus der Künstler:innenförderung konnte die Initiative ab Beginn der Pandemie ihre volle Stärke als Förderinstitution ausspielen: Mit der Entwicklung und Umsetzung des Strukturhilfeprogramms Neustart Kultur hat sie gezeigt, wie schlagkräftig wir im Verbund agieren können. Für viele Kreativschaffende und Musikspielstätten waren die Fördermaßnahmen des Programms existentiell.“

Als Aufsichtsratsvorsitzender der Initiative Musik sagt Dieter Gorny: „Seit der Gründung war Ina als Geschäftsführerin die treibende und unermüdliche Kraft in unserer Initiative Musik. Sie prägte das Unternehmen in allen Bereichen. Gemeinsam konnte die Initiative Musik so auf ein starkes Fundament gestellt werden – von einer anfangs relativ kleinen Anlaufstelle für Rock-, Pop- und Jazzmusiker:innen zu einer bundesweit geschätzten Institution für die Förderung der deutschen Musikkultur und -wirtschaft.“

Tina Sikorski, die seit Oktober 2020 neben Ina Keßler als Geschäftsführerin der Initiative Musik tätig ist, bedankt sich bei Keßler „ganz herzlich für die stets sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit in den vergangenen zwei Jahren“, und auch dafür, „dass sie mich von Anfang an als positive Ergänzung in der Geschäftsführung aufgenommen hat“.

„Gemeinsam als Tandem konnten wir viel erreichen“, sagt Sikorski: „Ina konnte ihre Ressourcen für die hervorragende Umsetzung der Künstler:innen- und Live-Förderung im Rahmen von Neustart Kultur nutzen, während ich mich um den Aufbau der neuen Programme und Awards gekümmert habe. Gemeinsam ist es uns gelungen, die Initiative Musik durch ein enormes Wachstum zu führen, die Einrichtung im Innern entsprechend der gewachsenen Aufgaben neu und verbessert aufzustellen und die Anerkennung für unsere Arbeit durch die Branche deutlich zu steigern.“

Ina Keßler arbeitete nach ihrem Abschluss als Diplom-Medienpädagogin zunächst wissenschaftlich an der Kölner Universität und als Dozentin. Von 1990 bis 2000 betreute sie als stellvertretende Leiterin der Stabsstelle Medienwirtschaft der Stadt Köln unter anderem das Medienforum NRW, EMI, VIVA, VOX und Popkomm. Gleichzeitig war die gebürtige Kölnerin ehrenamtlich geschäftsführende Vorstandsvorsitzende des Zentrums für Interaktive Medien in Köln.

Von 2000 bis 2008 betreute sie bei Berlin Partner als Senior Consultant International die Bereiche Medien-, IT- und Kreativindustrie mit Schwerpunkt Musik. Während ihrer Tätigkeit siedelte sie zahlreiche für den Kultur- und Kreativstandort Berlin bedeutende Unternehmen und Events in Berlin an, wie die Modemesse Bread & Butter, Kikis Kleiner Tourneeservice, Ministry of Sound/Embassy of Music und Universal Music.