Medien

TikTok ermöglicht Text-Postings

Auch TikTok möchte von der Schwäche von Twitter profitieren. Seit dem Wochenende sind Text-Postings möglich. Sie seien so dynamisch wie Videos oder Bilder, gibt TikTok bekannt.

Gedanken, Gedichte, Rezepte – seit Sonntag können die Nutzer auf TikTok auch Content in Textform posten. Sie können die Posts mit Musik untermalen und mit Stickern verzieren. Und sie können andere TikToker zum Duett auffordern. Die Erweiterung von TikTok zielt klar darauf ab, von der aktuellen Schwäche von Twitter („X“) zu profitieren. Das US-Fachmagazin „The Verge“ schreibt bereits von einer Verteilung des Erbes von Twitter.

Schon als TikTok sich 2022 für das Posten von Standbildern öffnete, wurden zahlreiche skeptische Stimmen laut. Das wird bei Textbotschaften ähnlich sein. Das werden aber der täglichen Praxis nicht gerecht, meint „The Verge“. Längst nutzen zum Beispiel Medien den Kurzvideodienst auch für das Posten von geschriebenen Inhalten. Nur wurden die halt bislang – wie auf Instagram oder Pinterest – auf Textkacheln hinterlegt. Das ist ab sofort Geschichte.


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Auf 1.000 Zeichen sind die Postings limitiert. Mia Sato von „The Verge“ hat es selbst getestet. Der Zugang zur neuen Funktion funktioniert klassisch über das Kamera-Icon. Ansonsten ändert sich nichts. Die Nutzer können Texte mit allerhand Begleitwerk ausstatten:

• Sticker • Tags und Hashtags • Hintergrundfarben • Musik und Sound • Entwürfe

Letztere lassen sich laut offizieller Beschreibung bei TikTok nicht timen. Aber man kann sie jederzeit wieder löschen.

Twitter wird nicht auf Dauer „X“ heißen

Unterdessen amüsiert sich die Marketingwelt einmal mehr über den erratischen Vorstoß von Elon Musk am Wochenende in Sachen Twitter, alias „X“. Hunderte von Unternehmen besitzen Markenrechte an „irgendwas mit X“, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Darunter so kleine Gegner wie Meta oder Microsoft (Xbox!). Reuters zitiert den Markenanwalt Josh Gerben: „Die Chance, dass Twitter markenrechtlich verklagt werden wird, liegt bei 100 Prozent.“

Die europäische Marken-Chefin eines Großkonzerns kommentierte anonym: „Ich würde ‚X‘ eher mit einer Erotikmarke assoziieren, als mit Microblogging.“