Musik

Hitbeat: Comet-Gewinner im Vorwärtsgang

Nicht nur Tokio Hotel mit dem neuen Album-Spitzenreiter „Schrei“ setzen Comet-Ehrungen in Charts-Verbesserungen um. Nachdem sein letztjähriger Longplay-Hit auf dem Index landete, revanchiert sich Rapper Sido mit Kumpel Harris mit einem Höchstpegelstand für sich und sein Label Aggro Berlin.

Tokio Hotel thronen mit „Schrei“ in der vierten Charts-Woche erstmals ganz oben auf dem Siegerpodest der MusikWoche Top 100 Longplay und landen damit nach der Single „Durch den Monsun“ ihre zweite Nummer eins. Spektakulär von null auf zwei katapultieren sich Deine Lieblings Rapper alias Sido und Harris aus dem Hause Aggro Berlin mit „Dein Lieblings Album„. So bleibt für das dominierende Album der letzten drei Wochen, „Have A Nice Day“ von Bon Jovi, nur noch Rang drei übrig. Robbie Williams verteidigt unterdessen mit „Tripping“ die Führungsposition in den MusikWoche Top 100 Singles. Die Pussycat Dolls feat. Busta Rhymes machen mit „Don’t Cha“ einen Platz gut und rangieren nun an zweiter Stelle.

Klar im Aufwärtstrend liegt Melanie C mit „First Day Of My Life„: Der neue Hit des früheren Spice Girls klettert von sechs auf Medaillenplatz drei. „KuschelRock 19“ ist weiterhin der Top-Titel der MusikWoche Top 30 Compilations, in denen „The Dome Vol. 35“ dahinter den zweiten Platz behält. Von Rang zwölf auf drei springt hier „Die Hit-Giganten – Kultschlager„, die neueste Kopplung zum florierenden Fernsehformat mit Hugo Egon Balder. Die aktuelle Compilation zur Verleihung des Musikpreises „Comet 2005“ ist hier bester Aufsteiger mit einer Steigerung von 25 auf sieben.

Die Fernsehübertragung der Comet-Verleihung mit Auftritten fast aller Sieger auf ProSieben und Viva zahlt sich für die meisten Preisträger auch in den Top 100 aus. So klettern die mit einem Super Comet und dem Preis als bester Newcomer-Act bedachten Tokio Hotel nicht nur bei den Alben von drei auf eins, sondern auch bei den Singles mit „Durch den Monsun“ von zehn auf fünf. Das Hamburger HipHop-Trio Fettes Brot, das ebenfalls zwei Cometen abräumte, glänzt bei den Alben als Aufsteiger der Woche mit dem Longplayer „Am Wasser gebaut„, der von Rang 84 auf 33 schießt. Parallel klettert auch die neue Single von Fettes Brot, „An Tagen wie diesen„, von 16 auf neun. Auch die Söhne Mannheims nahmen in Oberhausen zwei Preise entgegen, um nun mit ihrer als Doppel-CD oder -DVD erhältlichen Live-Konserve „Power Of The Sound“ in den MusikWoche Top 100 Longplay von 27 auf 14 zu steigen. Hier gelingt Silbermond auf Rang 60 mit „Verschwende deine Zeit“ der Wiedereinstieg, während mit Sarah Connor eine weitere frisch gebackene Comet-Gewinnerin mit „Naughty But Nice“ von 75 auf 62 vorankommt. Und den einzigen Neueinsteiger in den Top Ten der MusikWoche Top 100 Singles verbucht ebenfalls eine Comet-Siegerband, nämlich Rammstein mit „Benzin“ auf Position sechs.

Mit großer Genugtuung und Freude kommentiert Sido, eine Hälfte von Deine Lieblings Rapper, gegenüber MusikWoche den Charts-Einstieg des Duos auf Rang zwei. „Platz eins war utopisch, Rang zwei war mein großer Wunsch, um mein Soloalbum zu übertreffen.“ Mit dem mittlerweile indizierten Werk „Maske“ hatte es Sido im letzten Jahr auf Platz drei gebracht. Nach Position 14 zum Einstieg der Single der Lieblings Rapper, „Steh wieder auf“ (momentan auf 18), habe er indes nicht damit gerechnet, dass sein Wunsch in Erfüllung gehen würde. Der Erfolg von Sido und Partner Harris beschert auch dem Vertriebspartner von Aggro Berlin einen beachtlichen Charts-Anteil: Groove Attack kommt bei den Alben auf 3,91 Prozent.

Nach 35 Jahren zurück in der deutschen Longplay-Hitliste sind Cream: Mit „Royal Albert Hall London May 2-3-5-6 2005„, einem Zusammenschnitt ihrer Reunion-Konzerte in der britischen Metropole auf zwei CDs oder zwei DVDs, entern Eric Clapton, Jack Bruce und Ginger Baker die MusikWoche Top 100 Longplay auf Position elf als zweithöchster Neueinstieg. Zuletzt erwarb das stilbildende Rock- Trio 1970 auch mit einem Konzertalbum deutsche Charts-Meriten: „Live Cream“ kam damals auf Rang 30. Weitere Albumhits zwischen Alpen und Nordsee lieferte die Supergroup der britischen Rockvirtuosen 1968 mit dem Doppelalbum „Wheels Of Fire“ (15), dem letzten Studiowerk „Goodbye Cream“ (1969 auf neun) und dem Sampler „Best Of Cream“ (ebenfalls 1969 auf 29). Eric Clapton ist auch mit seinem aktuellen Solowerk, „Back Home“, auf Rang 51 weiter in den Charts vertreten.

Die Sugababes beherrschen das Geschehen in Großbritannien. Das attraktive Damen-Trio behauptet sich mit der Single „Push The Button“ nun schon die dritte Woche an der Spitze der UK-Singles-Charts. Und bei den Alben ist „Taller In More Ways (Deutsche Edition)„, der vierte Longplayer der Sugababes, Direkteinsteiger auf dem Platz an der Sonne.

Kontinuität herrscht in den US-amerikanischen Singles-Charts vor. Hier verweist Kanye West in Kooperation mit Oscar-Preisträger Jamie Foxx mit „Gold Digger“ seit sechs Wochen die Konkurrenz auf die Plätze.