Der amerikanische Bluesgitarrist- und -sänger Robert Lockwood Jr. ist im Alter von 91 Jahren in einem Krankenhaus in Cleveland, Ohio, gestorben, in das er Anfang November nach einem Schlaganfall eingeliefert wurde.
Der 1915 im US-Bundesstaat Arkansas geborene Musiker lernte das Gitarrespielen als Elfjähriger vom legendären Robert Johnson, der zu jener Zeit eine Affäre mit Lockwoods Mutter hatte. Lockwood startete seine eigene Karriere mit klassischem Delta-Blues im Johnson-Stil und spielte und sang auf der Straße und in Bars. Ende der 30er-Jahre zählte er zu den ersten Bluesmusikern, die eine elektrische Gitarre benutzten. In den 40er-Jahren hatte er zusammen mit Sonny Boy Williamson die Radioshow „King Buiscuit Time“ beim Sender KFFA in Helena, Arkansas, die unter anderem dem jungen B. B. King als Inspirationsquelle diente.
In den Fünfzigern zog Robert Lockwood Jr. nach Chicago und wurde dort zu einem gefragten Sessionmusiker auf Platten von Genregrößen wie Little Walter, Sunnyland Slim, Roosevelt Sykes oder Eddie Boyd. Lockwood Jr., der seit 1960 in Cleveland lebte, machte eigene Plattenaufnahmen für wichtige Independent-Blueslabels wie Delmark, Trix und Rounder. Bei Rounder erschienen in den frühen 80er-Jahren zwei gemeinsame Alben mit Johnny Shines, ebenfalls ein Jünger Robert Johnsons.
Stilistisch reichte das Spektrum Lockwoods vom urwüchsigen akustischen Delta-Blues bis hin zu jazzig-swingenden Sounds. Bereits in hohem Alter wurde er zweimal für den Grammy nominiert: für die Alben „I Got To Find Me A Woman“ (1998) und „Delta Crossroads“ (2000).



